Medizinische Bäder

Medizinische Bäder haben immer einer therapeutischen Ansatz, jedoch kann auch der Wellness-Gedanke hierbei nicht vernachlässigt werden. Vor allem werden medizinische Bäder in Kureinrichtungen angeboten und gehören auch zu den Behandlungsmethoden der Physiotherapie. Meist werden solche Bäder ärztlich verordnet und sind ein Teil eines Behandlungsplanes. Besonders häufig werden medizinische Bäder bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Zu den wichtigsten medizinischen Bädern gehören:

 

-          Bewegungsbad – der Auftrieb des Wassers wird hierbei genutzt, um die Muskulatur trainieren zu können und den Kreislauf anzuregen. Zudem wird das Skelettsystem bei gleichzeitiger neuronaler Entspannung entlastet. Das Wasser ist dabei lauwarm bis warm und wird bei Arthritis, Osteoporose und Störungen in der Körperhaltung angewendet. Bewegungsbäder sind aber auch im Rahmen der Wellness als Wassergymnastik zu finden.

 

-          Moorbad – bei einem Moorbad wird in einem Voll- oder Teilbad mit Badetorf gebadet. Torf gibt seine Wärme nur ganz langsam ab, so dass hiermit sog. Überwärmungsbäder möglich sind. Das Moorbad ist etwas 40 Grad warm und es wird für ca. 20 Minuten darin gebadet. Diese Behandlungsmethode hilft besonders bei chronischem Rheuma, nach Verletzungen am Bewegungsapparat, bei chronischen Entzündungen des Verdauungstrakts, der Harn ableitenden Organe und Frauenleiden.

 

-          Kohlensäurebad – ein Bad in einem kohlendioxidhaltigem Wasser fördert nicht nur die Durchblutung sondern regt auch den Kreislauf an während lauwarme Kohlensäurebäder den Blutdruck senken und somit das Herz entlasten. Sie werden verordnet bei Störungen der Durchblutung, arterieller Verschlusskrankheit, bei chronischen Venenschwächen und bei Polyneuropathie.

 

-          Sauerstoffbad – während des Bades wird dem Wasser Sauerstoff direkt zugeführt. Hierbei handelt es sich um ein warmes Sprudelbad, welches die Durchblutung anregt.

 

-          Solebad – Solebäder enthalten bis zu sechs Prozent Salz. Das Salzwasser wird überwiegend in der Rheumatherapie eingesetzt sowie bei unterschiedlichen Hauterkrankungen, Stoffwechselstörungen und gynäkologischen Krankheiten.

 

-          Schwefelbad – Bäder in Wasser mit einem Anteil an Schwefelwasserstoff fördern die Durchblutung und wirken antibakteriell. Gründe für die Anwendung von Schwefelbädern sind z.B. Psoriasis, Neurodermitis und chronische Ekzeme.

 

-          Jodbad – Jodide werden durch die Haut resorbiert, daher bietet sich ein Bad in einem jodidhaltigen Wasser bei Furunkulose, bei Schweißdrüsenabszessen und Arteriosklerose an.

 

-          Kleie- und Malzbad – trägt zur Linderung bei juckenden Hautkrankheiten bei.

 

-          Eichenrindenbad – nässende Hautveränderungen verbessern sich durch die in der  Eichenrinde enthaltenen Gerbsäure.

 

-          Inhalationsbad – einem etwa 37 Grad warmen Wasser werden bestimmte ätherische Öle zugesetzt, so dass dieses Bad bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt wird.

 

-          Fichtennadelbad – aromatische Öle aus Fichtennadeln lindern nervöse Störungen. Auch bei Schlaflosigkeit und Rekonvaleszenz unterstützen Fichtennadelbäder.

 

-          Stangerbad – hierbei handelt es sich um ein ganz spezielles Bad, bei dem ein geringer elektrischer Strom von 0,3 bis 2 Ampere im Wasser erzeugt wird. Der Strom wird vom Körper als leichtes Kribbeln wahrgenommen, was sich positiv auf die Muskulatur auswirkt und Schmerz lindernd bei Neuralgien und Rheuma wirkt.

 

 

Dass medizinische Bäder positive Wirkungen haben, darüber liegen umfassende Dokumentationen aus der Forschung vor. Dennoch müssen, wie bei allen anderen Therapieformen auch, die ärztlichen Verordnungen und Betreuungen beachtet werden.
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