Tuinamassage

Tuina ist der chinesische Begriff für die Traditionelle Manuelle Form in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Hierbei handelt es sich um eine eigenständige Therapieform, die innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin einen hohen Stellenwert hat.

 

Der Begriff „Tuina“ setzt sich zusammen aus den Teilen „Tui“, was schieben und drücken bedeutet, und dem Teil „na“, was greifen und ziehen heißt. Beide Techniken werden bei der Tuinamassage angewendet. Bisher ist die Tuinamassage allerdings eine nicht so weit verbreitete Behandlungsform in Deutschland. In westlichen Kreisen handelt es sich bei dieser Massageform um eine Mischung aus Elementen der Chiropraktik, der Akupressur und verschiedenen Massagetechniken. Zudem gibt es die Tuinamassage auch als eine Form der Selbstbehandlung und es gibt eine wesentlich sanftere Methode für Kinder.  Dem Trend folgend gibt es sie natürlich auch als Wellness-Tuina.

 

Diese Behandlungsmethode ist bereits seit mehr als 5.000 Jahren bekannt, wobei schriftliche Überlieferungen zur Entwicklung als eigenständige Therapie ca. 2.000 Jahre alt sind. Die Behandlung bei der Tuinamassage wird am bekleideten Körper ausgeführt, wobei mit Fingerkuppen, Handballen, Handflächen und den Ellenbogen gearbeitet wird. Es gibt 18 Grundgriffe und insgesamt mehr als 300 Einzelgriffe. Diese Griffe reizen bestimmte Punkte der Meridianbahnen.

Die Haupttechniken hierbei sind Druck, Vibration und greifendes Kneifen. Vergleichbar ist die Technik mit der Chiropraktik und erfolgt in drei Phasen: der Aktivierung, der Intervention und der Harmonisierung. Eine Massage dauert ungefähr 30 Minuten und es sind ca. zehn Behandlungen notwendig, um den gewünschten Erfolg zu spüren. 

 

Eine Tuinamassage kann durchaus schmerzhaft sein, daher ist eine gute Ausbildung des Therapeuten Voraussetzung. Wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Bestandteil der Tuinamassage sind die Vor- und Nachbefragungen des Patienten, da sie wertvolle Aufschlüsse über die Gültigkeit des eingeschlagenen Behandlungsweges bzw. dessen Optimierung geben. Der Ansatz der Tuinamassage  ist die Ganzheitlichkeit des Menschen. So wird also nicht nur der Körper behandelt sondern auch der Geist und die Seele.

Bei einem gesunden Menschen ist das System der Energien Yin und Yang im Gleichgewicht, bei einem kranken Menschen ist dieses Gleichgewicht gestört.

 

Mit Hilfe der Tuinamassage werden Blockaden der Energiebahnen gelöst und neben der Beeinflussung der Organe wird der Energiefluss gefördert. So wird die Tuina Massage auch als Vorbeugung gegen Krankheiten empfohlen. Aus der Tuina entwickelte sich die weitaus bekanntere Körpertherapie „Shiatsu“. Im Bereich der Wellness wird von einer individuellen Wellness Tuina gesprochen, worunter eine individuelle Betrachtung und Behandlung zur Gesunderhaltung, zur Vorbeugung, zum Abbau von Negativstress und zur Rehabilitation zu verstehen ist. Neben den manuellen Tuina Techniken werden Kräutermittel, Steine und Klopftechniken eingesetzt, um das Qi und die Blutenergie in den Ganzkörpermeridianen zu regulieren.

Die Tuinamassage eignet sich besonders für Personen mit bandscheibenbedingten Erkrankungen der Wirbelsäure mit und ohne Nervenwurzelschäden sowie Verschleißerscheinungen der Hüft-, Knie- und Sprunggelenke.

 

Auch zur Nachbehandlung bei Sportverletzungen und bei der Vorbereitung auf Wettkämpfe sowie bei inneren Erkrankungen wie Asthma bronchiale wird die Tuinamassage erfolgreich eingesetzt. In der Geburtshilfe wirkt sie erfolgreich als unterstützende Maßnahme zur Entbindung und Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie Erschöpfungen lassen sich ebenso mit ihr gut behandeln. Da so gut wie keine Nebenwirkungen bekannt sind, hilft sie auch Kindern und Säuglingen bei Fieber, Bronchitis, Diarrhoe und Hyperaktivität.

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